06 Feb 2013
Februar 6, 2013

Arzneimittel richtig einnehmen

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Unser Immunsystem ist derart konstruiert, dass es körperfremde Stoffe erkennt und vernichtet. Damit werden Infektionserreger genauso ausgeschalten, wie genetisch veränderte körpereigene Zellen mit dem Hang zu ungebremsten Wachstum, die Krebszellen. Wenn diese immunologische Kontrolle des Zellwachstums versagt, können bösartige Erkrankungen entstehen, wobei es kein Organ, kein Gewebe gibt, das nicht in irgendeiner Form entarten kann.

Heute stehen der Medizin zahlreiche Krebsmedikamente zur Verfügung, die immer feiner in den Krebsmechanismus eingreifen, wie etwa die Gruppe der Tyrosinkinase-Hemmer. Das Krebswachstum funktioniert nach Art einer Türklingel, die innerhalb der Zelle Reaktionen hervorruft. Wenn etwa ein im Blut kreisender Wachstumsfaktor dort »anläutet«, setzt er innerhalb der Zelle eine – gegebenenfalls unkontrollierte – Zellvermehrung in Gang. Die lässt sich durch die Tyrosinkinase-Hemmer blockieren, weil sie den »Klingelknopf« außer Funktion setzen. Um gefährliche Nebenwirkungen zu vermeiden muss die Dosierung ganz genau eingehalten werden. Dabei spielt die Art der Einnahme eine gewichtige Rolle.

Tipp: »Erlotinib« ist ein derartiger Tyrosinkinase-Hemmer, der bei einer bestimmten Form von Lungenkrebs bzw. bei Karzinomen der Bauchspeicheldrüse das Tumorwachstum hemmt. Die Einnahmevorschrift lautet »nüchtern«, d.h. mindestens 1 Std. vor oder 2 Std. nach dem Essen. Wer das ignoriert und etwa die Tabletten nach einer fetten Mahlzeit zu sich nimmt, läuft Gefahr, dass von dem Wirkstoff zu viel in den Körper gelangt und toxische Reaktionen folgen. Umgekehrt senken Mittel gegen saures Aufstoßen, die so genannten Antacida und vor allem die lang wirksamen Protonenpumpen-Hemmer (»Pantoprazol«, »Ome prazol«) die Aufnahme in den Körper, sodass womöglich die geringere Wirkstoffmenge zur Bremsung des Tumorwachstums nicht mehr ausreicht.

Achten Sie daher im eigenen Interesse immer auf die Einnahmevorschriften zu jedem Ihrer Medikamente und fragen Sie in der Apotheke nach eventuellen Unverträglichkeitsreaktionen (Wechselwirkungen) mit anderen Medikamenten. Unter dem Namen »Arzneimittelsicherheitsgurt« existiert eine Datenbank in den Apotheken, die alle Unverträglichkeitsreaktionen zwischen den verschiedenen Arzneimitteln enthält und die an der Tara abgefragt werden kann.